Länger gleich Besser: Ist der Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Arbeitsleistung wirklich so banal?

Auf den ersten Blick erscheint es logisch, dass durch eine höhere Wochenarbeitszeit mehr Aufgaben erledigt werden können, welche zur Leistungssteigerung eines Unternehmens beitragen. Doch eine zu hohe wöchentliche Arbeitszeit geht mit vermehrten psychischen Beanspruchungen einher.

So berichtet fast jeder Dritte Beschäftigte, welcher mehr als 48 Stunden pro Woche arbeitet einem ständigen Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt zu sein. Je mehr Wochenarbeitsstunden Beschäftigte haben, desto häufiger berichten sie Ihre Grenze der Leistungsfähigkeit zu erreichen (vgl. S. 114, BAuA-Stressreport)

Eine zu hohe Wochenarbeitszeit könnte somit zu Leistungseinschränkungen und Produktivitätsverlust einher gehen. Doch ist der Umkehrschluss zulässig, dass eine Verringerung hoher Arbeitszeiten zu höherer Produktivität des Unternehmens beitragen kann?

Ein eindrückliches Praxisbeispiel zeigt, dass eine verkürzte Arbeitszeit nicht automatisch mit Produktivitätsverlust einher gehen muss. The Guardian berichtete über die neuseeländische Firma „Perpetual Guardian“, welche ein Experiment gewagt und eine 4-Tage-Woche eingeführt hat. Es zeigte sich, dass die Belegschaft produktiver war und sogar niedrigere Stress-Levels sowie eine höhere Job-Zufriedenheit hatte. Die Änderung auf 4-Tage beeinflusste des Weiteren das Work-Life-Balance der Belegschaft positiv.