Lärm

Nach der DIN 1320 Definition wird der Begriff weit gefasst: Lärm ist demnach unerwünschter Hörschall, welcher zu Störungen, Belästigungen oder Schäden führen kann. Daraus wird deutlich, dass Fehlbeanspruchungsfolgen durch Lärm nicht an eine Dezibelzahl geknüpft sind. Es sind nicht ausschließlich Mitarbeiter an Lärmarbeitsplätzen, welche einem Gefährungspotenzial ausgesetzt sind.

Bezogen auf die Gesamtbevölkerung hat die Weltgesundheitsorganisation in den letzten Tagen die Erkenntnisse zur Gesundheitsgefährdung durch Lärmwirkung (v.a. in Bezug auf das Herz-Kreislauf-System) in einer Leitlinie festgehalten. Diese liegt mit einer Empfehlung für Schalldruckpegel von maximal 54 dB  deutlich unter den empfohlenen Pegelgrößen von beispielsweise industriellen Arbeitsstätten (75-80 dB). Ein Gehörschutz wird hierbei von Seiten des Arbeitgebers ab einem Schalldruckpegel von 80 dB angeboten.

In welchen Bereichen können Belastungen durch Lärm auftreten?

  • Produktion, Straßenbau, (Flug-)Verkehr,... (v.a. Beeinträchtigung durch Lautstärke)
  • Großraumbüro, Servicebereich (v.a. Beeinträchtigung des Sprachverständnisses)
  • usw.

Welche Beanspruchungsfolgen können durch diesen Arbeitsbedingungsfaktor auftreten?

Allgemein lassen sich zwei Wirkpfade unterscheiden, über welche Lärm zu gesundheitlichen Beanspruchungsfolgen führen kann.

a. aurale Wirkungen (betreffen das Gehör)

b. extra-aurale Wirkungen (betreffen nicht das Gehör, sondern kognitive/motivationale/physiologische Funktionen)

Studien weisen darauf hin, dass Lärm Leistungsbeeinträchtigung, sowie mentalen und Herz-Kreislauf-Beschwerden begünstigen kann (siehe BAuA-Review Lärm). Hierbei kann die subjektive Einschätzung der Lärmwahrnehmung durch Beschäftigten durch eine objektive Messung übereinstimmend bestätigt werden (vgl. Formazin, Schütte, 2018).

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